Jenseits des Diesseits

Die Jenen

»Gesegnet all jene, welche ihre Schönheit erschlossen.
Verloren all jene, die ihre Augen verschlossen.«

Auszug aus dem Lied »die Wunder der Welt« von Alberich Goldstimme, dem Unsterblichen. Gestorben an Gift.

Einst gab es einen Barden, groß an Namen, welcher dereinst von sich behauptet hatte, die gesamte Welt bereist zu haben. Zum Zeugnis seiner Worte, hatte er ein Lied geschrieben, welches den Ländereien gewidmet war, und zwar allen, welche er in seinem Leben bereist hatte. Der Wahrheitsgehalt seiner Worte wird heute, nach über hundert Jahren, von vielen Gelehrten in Frage gestellt, da eine solche Reise mehr als ein Menschenleben bedürfte. Das Lied trug maßgeblich dazu bei, dass Alberich, im Volksmund, den Beinamen »der Unsterbliche« erhielt, da nur ein solcher diese Reise hätte bewältigen können.

Die Wunder der Welt, ein Ruf aus der Ferne.
Geheime Orte, unter dem Lichte der Sterne.
Gesegnet all jene, welche ihre Schönheit erschlossen.
Verloren all jene, die ihre Augen verschlossen.

Die Lande der Arafen, zwei ungleiche Welten.
Die Insel der Sonne, Land ihrer Helden.
Auf dem Land der gefallenen Jazeden,
jene Arafen fern dem Lichte leben.
Entzweit und zerstreut, gezeichnet vom Krieg,
im Griff des Verfalls, und ohne Sieg.

Die Ebene von Asilunde, gilt als verloren,
unbewohnbar, kein Leben je dort geboren.
Ursprung der Zundergeister, geheimnisumwoben,
das Feuer und der Schatten, sind ihnen gewogen.

Die goldenen Klippen der Bernsteinküste,
schillern in der Sonne, wie Glas in der Wüste.
Der Bernstein, birgt gar geheime Gestalten,
nur Legenden, vergessener, als die der Alten.

Die Dornenkrone, die schwebenden Steine,
ein eiserner Thron, der Berge Gebeine.
Heimat der Jeldaë, aus Eisen geboren.
Dem eisernen Pfad, auf ewig verschworen.

Die rote Wüste, Ort des Todes, gilt als verloren,
unbewohnbar, und kein Leben dort geboren.
Stimmen im Wind, der Wüste heißer Atem,
wandelst du auf den Gebeinen ihrer Ahnen.
Eine Wüste ohne Sand und rot wie Rost,
Schatten und Geister. Ohne Rast, ohne Trost.

Die Lande der Menschen, vielfältig und prächtig,
große Städte und Burgen, so mächtig.
Edle Ritter und holde Maiden,
ungezähmte Wilde und verlorene Heiden.
Herren der Wälder, Herrscher der Meere.
Die Welt erzittert, vor ihrem gewaltigen Heere.

Die Lande der Nor, noch nie ihr Eigen.
Geraubt, erbeutet im blutigen Reigen.
Dunkle Wälder, und alte Höhlen,
aus welchen erklingt, ihr finstres Gröhlen.

Die Festen der Zwerge, stolz und erhaben,
aus dem ewigen Schoß der Berge gegraben.
Die Berge ihr Reich, mir fehlen die Worte.
Ihre mächtigen Tore, führen an uralte Orte.

Hoch in den Lüften, da fliegen die Raben.
Unheilsbringer, hör ich euch sagen.
Doch ist nicht nichts wie es scheint, 
seid euch gewiss, besungen und beweint,
seid ihr mit den Raben im Tode vereint.
Im Dienste der Alten, zerstreut in alle Weiten.
Ihr Nahen kündigt vom Ende aller Zeiten.

Sein Lied gilt als Legende und gleichzeitig als Lug und Trug. Einzig und allein, dass er nie behauptet hatte die Schattenlande, oder gar die Lande des Nebels bereist zu haben, bewahrte sein Lied davor, als Unsinn betitelt zu werden. Natürlich fasst dieses Lied nicht all die Eigenheiten der verschiedenen Völker und ihrer Ländereien ein, dafür wäre weit mehr, als nur eine Ballade von nöten, geschweige denn ein einfaches Lied. Aber dieses Lied war auch nur als Zeugnis gedacht. Nicht mehr und auch nicht weniger. Ironischerweise kam dieses Lied erst nach dem Tod Alberichs zu Ruhm, nachdem seine Frau, welche er mit ihrer jüngeren Schwester betrogen hatte, ihm ein tödliches Gift in dem goldenen Wein, dem er so verfallen war, kredenzte. Der Unsterbliche war ein Opfer seiner Lust und Intrigen geworden. Die Kunde darüber brachte sein Lied in aller Munde was ihm, auf diese Weise, dann die Unsterblichkeit brachte.


Diese Abhandlung beleuchtet die Völker Auruns genauer und soll weitreichenden Aufschluss über die Besonderheiten jedes Volkes bieten. Außerdem besondere, natürliche Merkmale, welche bestimmten Völkern zu Eigen sind.