
»Wenn ihr
verbrannte Erde seid, werde ich warmer Regen
sein.«
Murasaki Shikibu - Genji
Monogatari.
Die Hochebene von Asilunde ist ein weitläufiges Gebiet welches
sich in einer zentralen Region, auf dem großen Kontinent,
südlich am Fuße des Weltengebirges befindet. Der Anblick, den
die Hochebene einem bietet, erzeugt mit rotem, tönernem Lehm
und brauner, vertrockneter und rissiger, spröder Erde eine
monochrome, fast eintönige Landschaft, die trotz ihrem Mangel
an farblicher Vielfalt dennoch eine, fast beruhigende, Harmonie
verströmt. Auch die Vegetation dieser Hochebene zeichnet sich
durch eine karge, rostbraune Tundra aus, welche nur von
rötlichen und braunen Moosen, Flechten und einfachen Kräutern
und Sträuchern, bewachsen ist. Vereinzelt sieht man einen
einsamen, dürren und knorrigen Baum, der einem Mahnmal gleicht,
in der ansonsten so trostlosen Landschaft stehen.
Die Felsen und Gesteinsbrocken welche über die gesamte
Hochebene verteilt liegen erwecken fast den Eindruck, als ob
jemand sie einfach wahllos in dem gesamten Gebiet verteilt
hätte. Wie kleine Kiesel, die in einem Meer von Sand und feiner
Erde liegen. Und wenn man dieses Gestein näher in Augenschein
nimmt, stellt man fest, dass sie sich in Struktur und
Beschaffenheit doch sehr von den übrigen Felsen, die man sonst
am Rande der Hochebene oder im Weltengebirge selbst vorfindet,
unterscheiden. Manche von ihnen weisen ungewöhnliche
Konzentrationen von seltsamen Kristallen oder Mineralien auf,
und andere beherbergen fremde Metalle oder seltene Erden, wie
sie sonst nirgends auf Aurun zu finden sind. Gelehrte und
Wissenschaftler, welche die Gelegenheit hatten die Hochebene
und ihre seltsamen Gesteinsvorkommen zu studieren, sind sich
überwiegend einig. Diese Mineralien und Erze sind etwas
besonderes und können von unschätzbarem Wert sein, auch wenn
für vieles davon noch kein nutzbarer Verwendungszweck gefunden
werden konnte.
Die Hochebene von Asilunde ist nahezu menschenleer und gilt als
unbewohnbar. Zum Einen liegt dies sicherlich an ihrer kargen
Vegetation, obwohl die Erde durchaus als überaus furchtbar gilt
und reich an Spurenelementen ist. Ähnlich wie es sich in
Regionen verhält, in welchen sich ein einst aktiver, doch
inzwischen erloschener, Vulkan befindet. Nichtsdestotrotz zieht
es nur wissbegierige Forscher und wagemutige Händler in diese
Gegend. Aus diesem Grund sind, über die Jahre, am Rande der
Hochebene einige Handelsposten und kleine Siedlungen
entstanden, welche mit den seltenen Bodenschätzen der Hochebene
von Asilunde ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Auch das lodernde Firmament genannt.
Dieses einzigartige und verheerende Naturschauspiel ist aber
der wahre Grund, warum die Hochebene von Asilunde nahezu
menschenleer ist, und niemand es wagt hier dauerhaft sesshaft
zu werden. Denn in einem alternierenden Zyklus von ungefähr
zehn Jahren kann man ein atemberaubendes und zugleich
unheilschwangeres Naturschauspiel über der Hochebene von
Asilunde beobachten. Den brennenden Himmel von Asilunde!
Dieses Naturschauspiel kündigt sich wenige Tage, bevor es
seinen Höhepunkt erreicht, in einem rötlichen Schein am
Firmament an, der die ganze Hochebene in ein bedrohliches,
rotes Licht taucht. Dann beginnt die Atomospähre zu ionisieren
und man kann, des nächtens rötliche und violette Lichter,
ähnlich den Nordlichtern beobachten. Feinster Mondstaub und
winzige Sonnenpartikel verweilen in der oberen Atmosphäre und
erzeugen ein dauerhaftes, rötlich schimmerndes Band, welches
über den Himmel zieht. Und schon bald darauf beginnt der Himmel
zu glühen und zu lodern und es fallen Sternenstaub und
Mondgestein als verglühende Sternschnuppen oder brennende
Kometen auf die Hochebene hernieder. Auch wenn man den
brennenden Himmel und den Feuerregen nur über der Hochebene von
Asilunde sehen kann, so nimmt man auf weiten Teilen des
Kontinents dennoch das rote Glühen am Firmament war, und auch
wenn man das Naturschauspiel nicht direkt sehen kann, so kann
man doch dessen Auswirkungen wahrnehmen. Dieses Naturereignis
läutet auf weiten Teilen des Kontinents eine Verkettung
verschiedener Naturereignisse, wie Stürme, Überflutungen,
Erdbeben oder Vulkanausbrüche ein, welche ihr Ende in einem
kleinen Winter haben. Dieser kleine Winter, der für wenige
Tage, sobald der Feuersturm sein Ende gefunden hat, sich in
Frost und Raureif, eisgefrorener Asche und winzigen, gefrorenen
Eiskristallen, auf das Land legt, selbst an Orten an denen
Schnee und Eis für gewöhnlich unbekannt sind.
Legenden und Aberglaube
Aurun wird von zwei Monden umkreist, und es wird erzählt, dass
der kleinere der Beiden dieses Naturschauspiel
verursacht. Denn Sagen und Legenden zufolge, soll in diesem
Mond der Geist einer finsteren Bosheit eingekerkert sein, die
nur danach strebe den Weltenbrand auszulösen um Aurun und alles
Leben auf ihr zu vernichten. Dieser dunkle Geist zwingt dem
Mond seinen finsteren Willen auf und lenkt die Bahnen des
Mondes auf Kollision mit Aurun. Und es ist nur Auruns
göttlichem Willen und dem Glauben der Menschen zu verdanken,
dass dieses Unheil, jedes Mal, aufs Neue abgewendet wird, wenn
das schreckliche Ereignis sein Ende gefunden hat. Sagen
behaupten, dass das Ende der Menschheit kommen würde, wenn sie
sich vom Glauben abwenden und Sünde, Laster und Verfall
zuwenden würden. Und dass diese dunklen Tage stets eine neue
Prüfung ihres Glaubens darstellen.
Wissenschaftliche Erklärungen
Ob an den alten Sagen und Legenden etwas Wahres liegt, vermag
kein Wissenschaftler oder Sterndeuter zu sagen. Aber es hat
tatsächlich den Anschein, dass dieser Mond, aufgrund einer
leicht exzentrischen Umlaufbahn, scheinbar auf die Erde zu
stürzen scheint. In den Tagen, kurz bevor der Himmel zu brennen
beginnt, erscheint er immer größer und größer am Himmel zu
prangern, bis er den Himmel über Aurun streift. Tatsächlich
liegt seine Umlaufbahn in diesen Tagen so knapp an der
Atmospähre dass er die Atmosphäre zu streifen scheint, wodurch
es zur Spannungen in in den Magnetfeldern und zur Reibung in
der Atmosphäre kommt. Natürlich kommt es hierbei zu keinem
wirklichen, physischen Kontakt, denn dies würde katastrophale,
kataklystische Auswirkungen zur Folge haben. Beobachtungen
zufolge, ereignet sich dieses Naturschauspiel immer dann, wenn
beide Monde über Aurun einander sehr nahe sind. Und es scheint,
dass die gewaltigere Anziehungskraft des größeren Mondes den
kleineren Mond daran hindert vollends mit Auruns Atmosphäre in
Kontakt zu geraten. Demzufolge wirken sowohl die gleichpoligen
Magnetfelder und Anziehungskräfte von Mond und Aurun, als auch
die gegenpoligen Anziehungskräfte der beiden Monde zueinander,
und verhindern somit, dass der kleine Mond auf Aurun
zerschellt, oder unter den enormen Kräften zerbricht.
Der Himmel fängt wortwörtlich Feuer und es scheint als würde
die Luft zu brennen beginnen, da zwischen Auruns Atmosphäre und
der Anziehungskraft des Mondes enorme Kräfte freigesetzt
werden, die dazu führen, dass abgelagerter Sternenstaub, sowie
loses Gestein und Mondstaub von der Oberfläche des Mondes
abgetragen werden und kurz darauf in Auruns Atmospähre beginnen
zu verglühen. Infolgedessen kommt es zu Fluktuationen in den
Magnetfeldern und Ionisierungen von Mineralien und
Spurenelementen, welche den Himmel in beeindruckende Farben
tauchen. Es ist ein Naturschauspiel ohne gleichen welches schon
seit tausenden von Jahren immer zur selben Jahreszeit, in einem
alternierenden Zyklus von zirka zehn Jahren, und immer am
selben Ort passiert. Wenn größere Gesteinsbrocken des Mondes
verglühend auf die Hochebene stürzen, hinterlassen diese einen
tiefen rauchenden Krater. Und in diesen Kratern finden sich,
manchmal, geschmolzene Klumpen aus Erz und Gestein...Das
sogenannte Sterneneisen!
Der brennende Himmel von Asilunde, ist eines der
spektakulärsten und zugleich gefährlichsten Schauspiele welche
Aurun zu bieten hat!
